Teil 1 - Beziehung und Urvertrauen - meine Inspiration

 

Sieh`das Lächeln 

 

Ein entspannter Gesichtsausdruck und eine ruhige Modulation der Stimme sind Grundvoraussetzungen für jeden Menschen, um sich in der Nähe eines anderen Menschen sicher zu fühlen. In Nepal haben die Menschen sehr häufig einen sehr entspannten Gesichtsausdruck, ihre Stimme scheint ein Lächeln zu beinhalten. Diese Reaktion wird gesteuert durch den ventralen Vagus Nerv. Er fördert ruhige  Verhaltensweisen, indem er den Einfluss des Sympathikus zum Herzen aktiv unterbindet (Härle, Körperorientierte Traumatherapie, Seite 46). Diese Art des Kontakts vermisse ich in Deutschland häufig. Es ist auch in unserem Dorf Schweringen, in dem ich zusammen mit meinem Mann lebe, üblich, die Menschen herzlich und offen anzulächeln. In vielen Gegenden ist das leider eher unüblich. Ein Lächeln kann ein wunderbares Beziehungsangebot darstellen, sodass sich das Gegenüber wohl und gesehen fühlt. Für viele Menschen ist es aufgrund enttäuschender Erlebnisse in ihrem Leben nicht einfach, Vertrauen zu fassen. 

 

Ich werde gesehen

 

Durch die in der Geschichte beschriebenen Erfahrungen fühlte ich mich wieder gesehen und wahrgenommen - erst von Frau „Zwiebelmuster“, die mir ein Gläschen mit Sand mit einem warmen Lächeln auf den Lippen überreichte und durch das herzliche Verhalten der Frauen in Nepal. Gesehen zu werden von einem anderen Menschen, ist eine wichtige Grundlage für seelische Gesundheit. Kränkende Erfahrungen werden häufig mit einer Missachtung der Person verbunden, ein Abbruch der Beziehung folgt. Geschieht das häufiger im Leben eines Menschen, kann es sein, dass die Selbstfürsorge, die Eigenliebe darunter leidet, dass die eigenen Bedürfnisse nicht mehr wahrgenommen werden können. Wenn ich heute zurück schaue, kann ich sagen, dass die Beziehung zu mir selber durch traurige Erlebnisse gelitten hatte. Ich wurde durch diese Frauen wieder ein bisschen aufgeweckt, ein bisschen genährt. Ich begann, mich selber wieder mehr wahrzunehmen. Das war verwirrend. David Boadella schreibt (Boadella, Befreite Lebensenergie, Seite 141) : „Anschauen hat mit Erkennen zu tun, damit, wie wir den anderen sehen, damit, welches Leuchten sich entwickelt, wenn Menschen sich wirklich anschauen und begegnen....“. Oder wie Tillich schreibt: „...wir können unsere Seele nur durch den Spiegel derer entdecken, die uns betrachten.“ (Tillich, In der Tiefe ist Wahrheit, Seite 56). In meinem Seminar Urvertrauen-Wandlung (Klangpädagogik) habe ich einen Klang-Lebensraum entwickelt, der heißt: „Die Liebe in den Augen eines anderen sehen“ - ein sehr berührendes und heilsames Setting. Diese Form von Begegnungen habe ich auch in den Klangmassage - Seminaren erlebt. Der Klang einer Klangschale bedeutet für mich auch die Förderung der Wahrnehmung meiner selbst.

 

Meine Klangschale

 

Ich spüre die Klangschale, ich höre ihren Klang, ich bin nicht allein, ich bin in Beziehung mit dem Klang und der Klang schwingt mit mir.

 

Emily Hess

An der Wietlake 1

27333 Schweringen

soundzentrum@gmail.com

 

Instagramm:  emilyhessklangyoga

Peter Hess Institut
Fachverband Klang

Share it