Meine Sinne erwachen - sinnlich leben

Immer wieder Nepal

 

Wieder bin ich unterwegs nach Nepal. Als das Flugzeug auf nepalischen Boden landet, muss ich völlig unkontrolliert schluchzen. Die Tränen laufen mir nur so die Wangen herunter. Die Düfte beim Aussteigen aus dem Flugzeug erreichen mich. Der Anblick der ersten Stupa10in der Ferne...Ich bin wieder da. Ich bin so froh, wieder da zu sein. Ich entdecke meinen Koffer auf dem Band und dann gehe ich langsam, bewusst und mit Herzklopfen auf den Ausgang zu. Wer wird mich wohl abholen? Werden meine Freunde da sein? Natürlich sind sie da und warten mit leuchtenden Augen auf mich. Immer noch ist der Verkehr im Kathmandutal abenteuerlich. Ich weiß noch, wie ich bei meiner ersten Reise völlig überfordert war von den Farben und den Kühen, die mitten auf der Straße lagen. Die Düfte wecken meine Nase auf.

 

Eindrücke mit allen Sinne

 

Ein toter Hund am Straßenrand, die steifen Beine Richtung Himmel gereckt, und eine ältere nepalische Frau, die sich an einer Mauer die Nase entleert – diese Bilder überforderten mich damals. Etwas, was ich heute nicht mehr so wahrnehme, es ist normal geworden. Das ständige Getröte der Autohupen genieße ich sogar. 

 

Ich muss mir allerdings auch heute noch manchmal die Nase zuhalten, weil die Abgase so stark sind, dass ich kaum Luft bekomme. Ich rieche alles: Die Düfte der Blumen am Straßenrand, die blühenden Bäume, die Räucherstäbchen und nun – eben ALLES!!!  Heute gehe ich in Nepal nie ohne den dort sehr modischen Schal aus dem Haus. Er ist einfach unglaublich praktisch.

 

In Baktaphur hat sich auch die Anzahl der Schulen außerordentlich erhöht. Irgendwie scheint zu manchen Zeiten die Stadt aus Schulkindern in blau-weißer oder grüner Uniform zu bestehen. Dann erfüllt das friedliche Geschnattere der Kinder wie ein Klangteppich die Stadt. Immer mehr Geschäfte mit Sarees, Brokatdecken, Statuen und allen möglichen Produkten für die Touristen haben geöffnet. Alles so neu! Jeden Morgen werden die Auslagen mit einem dicken Bündel Räucherstäbchen gereinigt, sodass ganz unterschiedliche Düfte den Morgen erfüllen. 

 

Ich erlebe aber doch noch das Nepal, welches ich vor vielen Jahren kennengelernt habe. Es ist doch noch immer das Land mit den liebevollen Menschen. Das Land, in dem die Zeit langsamer geht. 

 

Baktaphur – Die mittelalterlicher Stadt

 

Auch heute noch sehr exotisch für das westliche Auge sind die uralten Häuser, Tempel und Tempelplätze in Baktaphur. Durch das Erdbeben im April 2015 ist sehr viel kaputt gegangen, aber es soll im gleichen Stil, soweit möglich, wieder aufgebaut werden.

 

Die Häuser sind aus handgeformten roten Backsteinen gebaut und häufig drei Stockwerke hoch. Sie sind schmal und sehr eng aneinander gereiht. Unten leben die Tiere oder dieser Hausbereich wird für die Geschäfte genutzt. Weiter oben haben die Häuser eigentlich alle Dachterrassen. Es sind keine „Dachterrassen“, wie wir sie in Europa kennen. Oft sind es einfach nur flache, begehbare Dächer ohne Absperrungen. Kinder spielen auf diesen Dächern und ich habe jedes Mal die Angst, dass sie herunterfallen könnten. Aber die Nepali gehen davon aus, das die Kinder einen gesunden Überlebensinstinkt haben und sich nicht in den Tod stürzen. Aber manchmal sind es auch sehr schicke Dachterrassen, so wie in europäischen Häusern. Hier oben befinden sich oft die Küchen und das Leben der Hausbewohner findet hier statt: Essen kochen, Babymassage, verträumt im Schatten sitzen. Denn bis hier oben kommen die Ratten nur selten.  Höchstens vielleicht mal „Annabell“, die sich auf den langen Weg in den dritten Stock macht, um sich das letzte Stückchen Käse zu ergattern. Da die Ratte das Reittier des Gottes Ganesha ist, wird ihr das auch gern nachgesehen. 

 

Das Leben auf den Straßen ist unglaublich rege. Hier wird sich gewaschen, massiert, gekämmt, gehäkelt und kichernd über die Nachbarn getrascht. Ich weiß immer gar nicht ,wohin ich zuerst schauen soll, jedes Bild ist so intensiv in den Farben und in meinen Gefühlen. Ich bekomme Sehnsucht nach Berührung, wenn ich sehe, wie die junge Nachbarsfrau von der Mutter die Beine intensiv massiert bekommt oder wenn die beiden jungen Frauen im Garten gegenüber sich gegenseitig den Rücken waschen und das sehr intensiv mit kräftigen Bewegungen – ganz konzentriert. Der Rest des Körpers ist natürlich züchtig mit einem Tuch verdeckt. 

Berührung

 

Die nepalischen Frauen haben keine Angst vor Berührung. Der weibliche Körper ist ihnen vertraut und Berührung ist selbstverständlich. Allerdings nicht öffentlich zwischen den Geschlechtern. Männer und Frauen haben hier eine sehr deutlich sichtbare Grenze. Auch die Männer massieren sich gegenseitig, was ich sehr oft sehen kann. Dann allerdings meistens nur die Schultern. Sie sind alle sehr fürsorglich miteinander.

 

Die kleineren Kinder mit ihren nackten Popos erledigen ihre Geschäftchen in den Straßenrinnen. Windeln gibt es nur in den reicheren Familien. Die Kleidung der Kinder hat einfach eine Öffnung, und wenn die Babys am Körper getragen werden, scheint es eine so intensive Verbindung zwischen Mutter, Großmutter, Schwester und Baby zu geben, dass sie sehr schnell und geschickt von dem Körper weggehalten werden, wenn sie Pipi machen. Ich habe nämlich noch nie einen nassen Sarree gesehen. 

 

Auf dem Foto gibt eine Mutter ihrem kleinen Kind eine newarische Babymassage.

Die Frauen

 

Heute lebe ich in dem alten newarischen Viertel und bin selbst ein normaler Anblick geworden. So darf ich mich auch dazu setzen, wenn die Frauen da sitzen, sich massieren, plaudern, handarbeiten, ihre kleinen Babys stillen, erzählen und lachen. Immer wieder begegne ich offenen, lächelnden Frauenaugen, die mich irgendwie zu verstehen scheinen.

 

Vielleicht ist das die größte Veränderung in mir, die gerade Nepal bewirkt hat - das Zusammensein mit Frauen. Das Zusammensein mit Frauen, die so einzigartig kraftvoll, lebendig und verstehend waren. Das gab mir so viel Kraft. Mich als Frau im Spiegel der nepalischen Frauen neu zu erfahren, war ein tiefes Erlebnis. In meinen Seminaren haben diese Erfahrungen und Erlebnisse einen anderen, liebevolleren Umgang mit Frauen angeregt. Ich habe ein völlig neues Bild vom Zusammenleben entdeckt. Immer noch sind die Männer – mein Mann, mein Sohn, meine Neffen - wichtige Menschen für mich im Leben und in der Liebe. Aber in Nepal habe ich gelernt, weniger von ihnen zu erwarten. Ich habe erkennen dürfen, dass es so große Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt, dass sie einander nicht wirklich verstehen können und müssen. So paradox das vielleicht klingen mag, hat es sich positiv auf mein Leben ausgewirkt und auch die Beziehung zu meinem Mann liebevoll vertieft. 

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