Ich verlasse mich und finde mich

 

 

 

   Ein endloser Himmelsklang

 

Es war klar, dass wir lange Strecken mit dem Jeep bewältigen mussten. Unterwegs würde es keine „angemessene“ Möglichkeit geben, „Toilettproblems“ zu lösen. Da ich immer Wert gelegt habe, auf eine gemütliche Toilette, eingerichtet mit Zeitungen und Büchern für eine effektiv verbrachte angenehme Zeit, beschäftigte mich dieses Reisethema zu dem Zeitpunkt, als ich Lhasa verließ sehr.

Aber besagte weiße, feine Dose, die ihren Einsatz fand an schönen Plätzen mit farbigsten Blumen oder wunderschönen immer wieder unterschiedlichen Steinen und   sprudelnden Bachläufen, beglückten mich dann doch sehr. Ich gewöhnte mich  an die hockende Haltung in der schönen, freien Natur unter den interessierten Augen irgendwelcher- meist tibetischer- Menschen.

 

Wir fuhren Berge hinauf durch karge, weite Landschaften . Doch bei genauerem

Hinsehen fiel mir auf, dass die Landschaft so karg nicht war.  Bei jedem Stopp hatte sich das Bild mit ihren Farben, Wasserläufen, Tieren und Steinformationen wieder verändert. Die Weite und die Farben waren unendlich beruhigend für meinen Geist und meine Seele. Es gab viele verschiedene Sandtöne, unterbrochen durch Blumenfelder oder Steinwüsten. Ich hatte das Gefühl, als würde sich mein Auge –mein Blick - klären. Die Gedanken flossen langsamer, so wie auch die Landschaft langsam an dem Fenster vorbei floss.

 

 

Lieder des Lebens

 

Der erste Pass meines Lebens – das war so spannend!  Wir fuhren die abenteuerliche Sandstraße (eher Sandweg) hinauf. Rechts ging es hinab in die unendliche Tiefe. „Hoffentlich kommt uns niemand entgegen“, ging mir immer wieder durch den Kopf. Der Fahrer hatte uns zwar schon mehrfach mit seiner unglaublichen Kunst zu fahren überrascht – aber HIER???!!!!! Ich hatte richtig Angst um mein Leben. 

 

Es ging immer höher und an der Wegkante wurde es immer tiefer. Wirklich hoch hinauf und richtig und richtig  tief hinunter fuhren wir.... So wurden allmählich alle leicht hysterisch, fingen an zu kreischen und zu kichern, Witze zu erzählen und dann – begangen wir zu singen. Alte deutsche Wanderlieder und Seefahrerlieder schwebten äußerst lautstark durch Hochtibet. Dem Fahrer schien es zu gefallen, er sang auch – gleichzeitig – tibetische Lieder – eine Kakophonie des Klanges. 

Dann kamen wir an dem Yamdrok Pass an. Die ganze Aufregung hatte sich wirklich gelohnt. Unter uns breitete sich ein unglaublich blauer riesengroßer, heiliger See aus.

 

 

Körper oder Geist?

 

Die wüstenähnliche Landschaft in Hochtibet bewirkte immer mehr Entspannung. Ich konnte immer weniger nachdenken. Die Fokussierung auf meinen Körper half mir dabei sehr gut. Ich hatte eine sehr  deutliche physiologische Wahrnehmung der Höhe von 2000, 3000, 4000, 5000 m Höhe. Zum Teil veränderte sich kurz mein Herzrhythmus. Ich hatte davon gelesen, doch diesen Vorgang in meinem Herzen zu spüren bewirkte eine eigenartige Distanz zu mir selber. Zum ersten Mal in meinem Leben merkte ich den Unterschied zwischen meinem Körper und mir, ohne genau erklären zu können was ich damit meinte. Sehr diffus nahm ich wahr das sich etwas veränderte. Vielleicht war mir mein Körper gar nicht mehr so wichtig. In der Vergangenheit hatte ich mich sehr lenken lassen von Befindlichkeiten und Krankheiten. Auch Äußerlichkeiten wie Aussehen und Körperpflege waren mir immens wichtig. Sollte sich das alles jetzt ändern?

 

Auf jedem Pass, der höchsten Stelle des Berges, den wir gerade hinaufgefahren waren, stieg ich aus. Hier oben wohnen nach dem Glauben vieler Völker die Götter.  So erzählten die vielen Windpferdchen (kleine Zettelchen auf die Gebete und Mantren geschrieben stehen, sie werden in den Wind geworfen und reiten auf den Wogen des Windes zu den Göttern), die bunten Windfahnen (bunten aneinander gereihte Tücher) mit ihren Gebeten und die vielen von Menschenhand gebauten kleinen Steintürmchen von dem Glauben der Menschen.

 

 Seltsam distanziert nahm ich beim Aussteigen meinen Herzschlag wahr und das schwierigere Ein- und Ausatmen. Das Leben reduzierte sich. Ich konzentrierte mich auf meine Wünsche, was war die Ausrichtung in meinem Leben in diesem Moment? Meine Gebete richtete auch ich an die jeweiligen Götter, die diesen Berg bewohnen.

 

Die Süßigkeiten waren Kaugummis, die ein Mitreisender immer unter seinem Sitz versteckte, damit sie den tibetischen Kindern vorbehalten blieben. Geschenke wie Süssigkeiten werden in Tibet als Opfergaben für die Götter angesehen auch wenn man sie den Kindern gibt. Es  gelang ihm allerdings immer weniger auf die Opfergaben aufzupassen. Mit angemessen schlechten Gewissen saßen alle immer wieder verschämt kauend und grinsend in den Wagen. Wie ist das eigentlich, wenn man die Opfergaben auf ißt?, fragte ich mich. Das wirkt sich bestimmt schlecht auf meiner Karmatafel aus.

 

 

 

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