Mein Kailash

Manasarowar- See

 

Ich stand wieder an einem Pass – einem Tor in eine andere Welt, mit seinen vielen bunten Gebetsfahnen und Steintürmchen. Jeder dieser Türmchen aus kleinen oder großen Steinen, stellte eine Stupa dar – ein kosmisches Bauwerk auf der Grundform eines Mandalas – ein dreidimensionales Mandala.  

 

Aufgeregt stieg ich wieder in das Auto. Rationales Denken war im Moment nicht mehr möglich. Ich suchte nach meinem Gläschen mit dem Sand vom Manasarowar, dass ich vor so vielen Jahren von Frau Zwiebelmuster geschenkt bekommen hatte.

 

Ich konnte nur noch an diese Frau und den Sand denken.

 

„Ja, ja ich mache alles richtig. Mache ich alles richtig? Habe ich den Sand noch? Immerhin habe ich ihn vor 10 Tagen das letzte Mal gesehen. Ich weiß, ich neige dazu alles zu verlegen oder zu verlieren. Bestimmt ist er weg. Habe ich ihn nicht im letzten Guesthouse auf den Nachttisch gestellt?“

 

Meine Gedanken purzelten wild durcheinander.

 

Von Lhasa, Tibet aus war ich nun 1210 km gefahren. Vorher war ich eine Zeitlang in Bhaktapur, Nepal. Immer mit dem Sand erst im Koffer dann im Rucksack. Genau genommen war ich seit 20 Jahren unterwegs. Mit dem Sand vom Manasarowar im Lebensgepäck. Mein Herz klopfte schnell. Bestimmt war der Sand weg. Ich hatte auf dieser Reise soviel verloren...

 

Endlich, ich hielt das Gläschen mit dem Sand in der Hand.

 

Von dem Aufenthalt an diesem sicher enorm wichtigen Pass bekam ich kaum etwas mit.

 

Ich bin in stillem Zwiegespräch – nicht mit irgendwelchen Göttern, nein – mit Frau Zwiebelmuster: „Bin ich hier auch wirklich richtig?? Ist das hier der richtige See??“  Ich öffnete vorsichtig das kleine Gläschen. Das hatte ich noch nie gemacht. Verträumt steckte ich meine Finger in den zarten Sand, doch plötzlich traf ich auf etwas Hartes. Da steckte doch tatsächlich ein kleines Stückchen beschriebener Pappe in dem Sand. Vorsichtig, um nur ja keinen Sand zu verstreuen befreite ich das Zettelchen. Und darauf stand ein Name: Manasarowar! Pure Erleichterung! Da hatte sie mir doch geantwortet: „Ich bin richtig...Frau Zwiebelmuster. Danke.“

Weiter ging es über die Sandpisten.  „Ist das auch der richtige Weg? Wissen die Fahrer überhaupt, dass ich unbedingt an den See muss?“ Immer wieder fragte ich meinen Mann, ob wir wirklich auch an den See fahren. Amüsiert beruhigte er mich.

Aber meine Unsicherheit blieb. Stunde um Stunde fahren, fahren – mit einem Mal war jeder still – selbst das unentwegte Radio schwieg....

 

Den Anblick hatten schon viele Autoren, viele Reisende versucht zu beschreiben. Ich merkte, das ich dafür keine Worte hatte.

NIEMALS HABE ICH DAMIT GERECHNET.....

 

In mir ist Leere, keine Dankbarkeit, kein Staunen, keine Fassungslosigkeit,  keine Gedanken, keine Gefühle.....

Ein Ort auf dieser Welt, der uns Menschen nicht gehört. Ich hatte auf dieser Reise den Palast der Dalai Lamas – den Potala – gemieden. Nun stehe ich davor als Manifestation: Das Uralte der Erde. Unwirklich erhob sich schneeweiß die Kuppel einer Kathedrale hinter sandfarbenen Bergen.

Es ist ein Kosmos, ein Kosmos mit einer ungeheuren Energie.

 

Ich ging ein Stück zur Seite und entfernte mich von der Gruppe. Schluchzer steckten  in meinem Hals. Was ist das bloß? Etwas in mir denkt: „Ist das Gott?“

 

So stand ich da und sehe das Auge Buddhas ganz deutlich gemalt im Schnee des Berges. Es war ein wunderbarer klarer, sonniger Moment. Strahlend blauer Himmel. Der Kailash zeigte sich uns in seiner wundervollsten, „juwelenhaften“ Pracht. Ich hatte auch Fotos gesehen von diesem einzigartigen Berg. Doch davor zu stehen und zu erkennen, dass er tatsächlich eine Pyramide ist, eine ganz und gar perfekte Pyramide, wie von Menschhand gebaut. Doch niemals kann ein Mensch eine solche Einzigartigkeit bauen. Selbst der Potala, der bei dem ersten Anblick ähnlich unwirklich erscheint, verschwindet hinter diesem Bauwerk der Natur.

 

Wir alle sahen das Auge Buddhas auf dem Kailash. Aber auf keinem der Fotos ist es aufgezeichnet.. Und wir haben viele Fotos von diesem 1. Moment.

 

Manasarowar

 „Endlich freigelassen, schufen die mächtigen Wasser die Mutter von Allem...

                        Sie gaben den Lebensatem der Götter weiter.“ Rigweda

Wieder ging es weiter durch die unendliche Landschaft. Noch ganz aufgewühlt fiel mir wieder ein, wohin ich unterwegs war.

Der Manasarowar.

Hoffentlich hatten die Fahrer durch den Anblick des Kailash nicht doch noch vergessen, dass ich unbedingt dorthin musste.

Da  lag er vor mir, ganz direkt vor mir. Groß, erhaben, unendlich wild in der Abenddämmerung und ruhig zugleich.

                                  

 

Manasarowar - der „unbesiegbare See“,

 

der auch den Namen Tso Rimpoche „der kostbare See“ trägt. Er liegt in der Barkha -Ebene, zwischen dem Kailash und dem Gurla –Mandhata -Berg im Süden Tibets auf 4586 m  Höhe. Sein Umfang beträgt 88 Kilometer und er hat eine Breite von 21,7 km. Er ist bis zu 77m tief. Er hat die Form eines achtblättrigen Lotus und acht Klöster umgeben ihn. Der See wurde von Shakyamuni -Buddha mit spiritueller Macht erfüllt.

Im See lebt nach dem Glauben der Buddhisten der Schlangenkönig. Dieser König ist ein Buddha der die Schlangengeister das Buddha -Dharma lehrt und die Flüsse, Blumen, Heilpflanzen, Früchte und Wälder der Welt vermehrt.

 

Wir standen auf sandigem Boden vor etwas, das ich vielleicht als Strand bezeichnen könnte. Zumindest hatte es die Form eines solchen. Aber es war rot. Übersät von winzigen kleinen roten Blüten. Millionen. Diese kleinen Blümchen waren so fest, dass ich auf diesem seltsamen Flecken Erde laufen konnte. Ein Anwohner aus dem kleinen Dörfchen, das vielleicht 100 m weiter sichtbar war kam auf uns zu. Er machte uns Mut den „Strand“ zu betreten. Er bat uns lediglich unsere diversen „Geschäftchen“ außerhalb dieser heiligen Erde zu verrichten. Das hieß wir sollten sogar unsere Zelte dort auf dieser rotschimmernden Erde aufstellen. Das hieß diesmal konnte ich nicht ausserhalb der Energie bleiben. Diesmal sollt eich sogar die ganz Nacht mitten auf heiligem Boden verbringen. An diesem, emotionell und spirituell für mich so starkem Kraftplatz.

Ich schaute mich um. Hier wird also unser Zelt stehen. Vor mir der heilige See, hinter mir hoch oben auf einem

wilden Berg ein Tempel, links von mir ein Gebetsplatz. 

Und der Kailash, der in der Abendsonne unwirklich orange leuchtet.

 Ich setzte mich erst einmal hin. Auf die heilige rote Erde. Ein kleines tibetisches Mädchen am und setzte sich neben mich.

Die Sonne ging unter. Was jetzt geschah war einfach unfassbar schön. Die Sonne ging unter und dann wird normalerweise dunkel. Aber hier - hier am Manasarowar,  war der Himmel direkt über mir. Ich konnte ihn anfassen. Millionen von geordneten Sternenbilder. Ich konnte sie sehen die Sternenbilder ganz nah, ganz deutlich. Vielleicht so wie in einer Sternenwarte. Aber ich saß hier auf der Erde, der See rauschte leise, es kam Wind auf, der sich scharf anfühlte auf meinem Gesicht. Die Sterne waren von einer solchen Klarheit und lichten Form. Ich sah die Milchstraße und konnte verstehen, warum diesem Sternenbild vor vielen Jahrhunderten jemand den Namen Milchstraße gegeben hatte. Es ist eine Milchstraße, keinen anderen Namen könnte dieses Sternenbild haben. Dann machte uns die Natur unfassbares Geschenk. Sternschnuppen fallen  in einem glitzernden Regen vom Himmel. Ich kann mir gar nicht soviel wünschen, wie die Sternschnuppen  fallen. Oft hatte ich die Sterntalermeditation mit Klangschalen und dem Tam-Tam Gon in meinen Gruppen durchgeführt. Hier wurde ich zu Sterntaler.  Peter nahm meine Hand. Wir standen auf und schauten gebannt in diesen unglaublichen Himmel, der eigentlich nicht nur über uns, sondern auch um uns herum zu sein schien. Ich wurde ganz ruhig.

 

„Ja, Morgen, Frau Zwiebelmuster, Morgen kann ich meine Vergangenheit abgeben mit Dankbarkeit und Liebe . Morgen werde ich den Frieden in mir wiederfinden.“

 

Wie jeden Abend krabbelte ich in das Zelt und kuschelte mich in mein Bett. Mittlerweile hatte ich viele Decken, die wir unterwegs gekauft hatten. Die Decken waren  dick, warm und weich.

 

In dieser Nacht wurde meiner Seele alles zu viel und so sitze ich schreiend, um mich schlagend -  nach Luft schnappend in meinem Bett. In mir schreit es: „Tu was, tu was...!!!“ Blitzschnell checkte irgendeine Instanz in mir alle Überlebensmöglichkeiten ab: Hilfe? Gibt es nicht. Luft? Gibt es nicht. Gut, Du kannst etwas tun, Du weißt es, Du kannst etwas tun!!!  Antwort: Trance, Du kannst in Trance gehen......

Ruhe, ich war in mir selber verschwunden. Da ist war ruhig, da gab es genug Luft. Nach einiger Zeit konnte ich mich wieder hinlegen. Ich schlief sogar wieder ein.

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